Herzlich willkommen!

Grußwort des Bundesminster für Gesundheit - Prof. Dr. Karl Lauterbach

Der Kampf gegen die Ausbreitung von COVID-19 und die kurzfristige Entwicklung gleich mehrerer hochwirksamer Vakzine haben die große Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für die Gesundheit in das allgemeine Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Ich bin selbst seit vielen Jahren in Wissenschaft und Politik gleichermaßen zu Hause und weiß daher um den großen Gewinn, den eine enge Zusammenarbeit beider Bereiche bedeutet. Diese Verbindung sollten wir weiter stärken.

Dazu gehört aus meiner Sicht auch die zügige Erforschung von Long-COVID – insbesondere von geeigneten Diagnostik- und Therapieverfahren. Die Pandemie ist noch nicht vorbei, die Anzahl der Menschen, die unter den Langzeitfolgen einer überstandenen Corona-Infektion leiden, steigt. Long-COVID kann jeden treffen, noch wissen wir zu wenig über die Häufigkeit und das Ausmaß der Beschwerden. Die Versorgungsforschung kann hier einen wichtigen Beitrag leisten.

Die Bundesregierung wird daher ein deutschlandweites Netzwerk von Kompetenzzentren und interdisziplinären Ambulanzen zur Erforschung und Versorgung von Long-COVID schaffen und auch die Versorgungsforschung insgesamt weiter stärken.

Mit dem Innovationsfonds steht außerdem seit 2016 das zentrale Instrument zur Förderung neuer Versorgungsformen und Vorhaben der Versorgungsforschung zur Verfügung – ausgestattet mit einem jährlichen Fördervolumen von 200 Millionen Euro. Mit diesem Instrument wollen wir noch stärker dafür sorgen, dass die Forschungsergebnisse in der Praxis ankommen – in Form einer besseren und bedarfsgerechteren Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Vor dem Hintergrund steigender Innovationen im Bereich der Arzneimittel und der Digitalisierung sowie dem technischen Fortschritt der Medizin wird auch die Bedeutung der Versorgungsforschung weiter zunehmen – und mit ihr die Relevanz der Übertragbarkeit von Forschungsergebnissen in den Patientenalltag. Diese Translation zu stärken, ist auch das zentrale Anliegen dieses 21. Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung.

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gute Gespräche, interessante Begegnungen und viel Erfolg bei ihrer weiteren Arbeit!

Prof. Dr. Karl Lauterbach
Bundesminister
Mitglied des Deutschen Bundestages
Quelle: BMG/Maximilian König

Grußwort des Bayerischen Staatsminister für Gewsundheit und Pflege - Klaus Holetschek MdL

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir stehen vor einer Vielzahl von Herausforderungen für unser Gesundheitssystem: die Bewältigung der nach wie vor anhaltenden Corona-Pandemie mit ihren Folgen, die demografische Entwicklung mit ihren Auswirkungen auf die ambulante und stationäre Versorgung, Finanzierungsengpässe bei der gesetzlichen Krankenversicherung, Digitalisierung oder der Klimawandel. Um diese zu bewältigen, müssen wir zentrale Bereiche unserer Gesundheitsversorgung weiterentwickeln und reformieren.

Die Corona-Pandemie hat Stärken und Schwächen unseres Gesundheitssystems deutlich gezeigt. Dabei wurde klar, wie essentiell valide Daten sind. Versorgungsforschung liefert hierfür wichtige Erkenntnisse und ist ein unverzichtbares Instrument, um auf wissenschaftlicher Grundlage die Gesundheitsversorgung der Zukunft zu gestalten.

So ist etwa das System der gesetzlichen Krankenversicherung eng mit der Versorgungsforschung verbunden. Egal ob im Arzneimittelbereich, bei der ambulanten ärztlichen Versorgung oder im Krankenhaussektor: Der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung kann nur dann zum Wohl der Versicherten und gleichzeitig wirtschaftlich weiterentwickelt werden, wenn zu den in Frage stehenden Methoden hohe Evidenz vorliegt. Diese wird dann generiert, wenn auch die Qualität der Studien hoch ist. Von daher begrüße ich es sehr, dass sich der 21. Jahreskongresses des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung intensiv mit dem Thema Studien befasst.

Digitale Anwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA) können unsere Gesundheitsversorgung weiter verbessern. Das StMGP engagiert sich auf Bundesebene für einen praxisnahen Rollout der Telematikinfrastruktur als Basis dieser digitalen Anwendungen. Denn zweifellos hat die Digitalisierung großes Potenzial, unser Gesundheitssystem effizienter zu machen. Auch hier sehe ich eine wichtige Rolle der Versorgungsforschung, etwa über digitalisierte Kooperationen zwischen medizinischen Einrichtungen und Patienten über Sektorengrenzen hinweg.

Mir ist klar, dass mit der Einführung der Telematikinfrastruktur und verstärkter Digitalisierung nach wie vor Probleme vor allem in der praktischen Umsetzung einhergehen. Es ist mir daher ein Anliegen, dieses Thema stärker in den Fokus zu rücken und dabei alle Akteure des Gesundheitswesens zum Mitmachen zu motivieren. Langfristig werden die Vorteile klar überwiegen und Behandlungsabläufe für alle Beteiligten leichter. Daher freue ich mich, dass Sie als Versorgungsforschung hier Ihren Beitrag leisten.

Ich bin überzeugt: Der 21. Deutsche Kongress für Versorgungsforschung wird erneut wichtige Anstöße für die Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems geben. Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern wünsche ich gute Gespräche. Dem Kongress einen guten und interessanten Verlauf!

Ihr

Klaus Holetschek MdL
Bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege

Grußwort der Vorsitzenden des DNVF e.V. - Prof. Dr. Monika Klinkhammer-Schalke

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

„Versorgungsforschung – Nutzen für die klinische Praxis. Potentiale und Perspektiven“ ist das Motto des 21. Deutschen Kongress für Versorgungsforschung (DKVF). Nach zwei Jahren digitalem DKVF bietet der Kongress die Gelegenheit sich in Potsdam wieder persönlich zu treffen und mit anderen Versorgungsforscher:innen zu vernetzen.
Als Vorsitzende des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung e.V. (DNVF) heiße ich Sie herzlich zum 21. DKVF, willkommen. Ich freue mich sehr, dass Sie als Besucher:in, Referent:in, Sitzungsvorsitzende/r, Patient:in oder Patient:innen-Vertreter:in oder Gast an unserem jährlichen Kongress für Versorgungsforschung teilnehmen. Unter der Leitung unseres Kongresspräsidenten Herrn Prof. Dr. P. Falkai ist mit der Unterstützung des Programmkomitees und einer interdisziplinären Gutachterkommission zur Bewertung der 504 eingegangenen Abstracts ein inhaltlich hochattraktives Programm entstanden.
Der DKVF setzt den Fokus auf die Frage, welchen Nutzen die Versorgungsforschung für die klinische Realität und somit konkret für Patient:Innen bereithält und wie Ergebnisse aus der Forschung schneller in die Versorgung transferiert werden können.
Das Programmkomitee und das lokale Organisationsteam rund um Herrn Prof. Dr. P. Falkai haben viele Ideen und neue Formate entwickelt. Es wird Symposien, Podiumsdiskussionen, State oft The Art Lectures zu den Themen „Mehr Theorie wagen“ und „Nutzung versorgungsnaher Daten“, eine Debatte zum Thema „Datennutzung versus Datenschutz“ sowie eine DNVF-Lounge geben in der spontan aktuelle Themen diskutiert werden können und neue DNVF Arbeitsgruppen sich vorstellen. Alle sind aufgerufen, den Kongress zur Präsentation Ihrer Forschungsergebnisse, zur Diskussion, zum fachlichen Austausch und zum Voneinander lernen zu nutzen und außerdem viel Freude haben.
Besonders gespannt bin ich auf das das World Café am Patient:innentag. Es steht unter dem Motto „Gemeinsam forschen“. An fünf Thementischen diskutieren Betroffene, Angehörige, ihren Vertreter:innen und Versorgungsforscher:innen wie partizipatorische Forschung stärker in der Versorgungsforschung verankert werden kann-
Besonders am Herzen liegen dem DNVF und mir die Förderung des Nachwuchses. Es wurden wieder drei Kongressstipendien vergeben und drei Preise für die besten Science Pitches werden ausgelobt. In diesem Jahr präsentieren auch erneut in der Session Master‘s Corner Masterstudent*innen Ihre Arbeiten. Ebenso bietet die DNVF Arbeitsgruppe Nachwuchsförderung eine interessante Frühstücks-Session an.
Der mit 2500 € dotierte Wilfried-Lorenz-Versorgungsforschungspreis 2022 wird in der Eröffnungsveranstaltung für eine herausragende Publikation im Bereich der Versorgungsforschung vom DNVF – nunmehr zum achten Mal – verliehen. Herzlichen Dank an alle Bewerber:innen, die Jury unter der Leitung von Frau Prof. L. Ansmann und an Frau Barche von der Geschäftsstelle für die sehr gute Organisation. Frau Margit Lorenz, Witwe von Prof Wilfried Lorenz, wird den Preis übergeben. Wir bedanken uns herzlich bei Ihr für die Stiftung des Preisgeldes.
Eingerahmt wird das Kongressprogramm durch das Festsymposium: „20 Jahre Programm Nationale VersorgungsLeitlinien am Vortag des DKVF. Das Symposium beschäftigt sich mit der Historie und Entwicklung der Nationalen VersorgungsLeitlinien (NVL). Im Fokus stehen die Evaluation der Leitlinien aus Nutzer:innen- und Patient:innensicht sowie ihre Relevanz für die Disease Management Programme im deutschen Gesundheitswesen.
Das DNVF bietet mit dem Jahreskongress die Plattform für den nationalen und internationalen Austausch von Wissenschaft, Praxis und Politik über die Versorgungsforschung, ihre Fragestellungen, Methoden, Ergebnisse, dem Ergebnistransfer und ihre Rahmenbedingungen. Einen so vielfältigen Kongress zu planen ist nur möglich durch ein gut abgestimmtes und flexibles Organisationsteam. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Kongresspräsidenten Herrn Prof. Dr. P. Falkai mit seinem Münchener Organisationsteam, der Kongressagentur KUKM - hier insbesondere Frau E. Schlegel und ihrem Team - sowie unserem Geschäftsführer Herrn Dr. T. Bierbaum für die hervorragende Arbeit bedanken.
Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen und wünsche allen Teilnehmer*innen einen guten und persönlich gewinnbringenden Kongress.

M. Klinkhammer-Schalke

Vorsitzende des DNVF e.V.

Grußwort des Kongresspräsidenten - Prof. Dr. Peter Falkai
Prof. Dr. med. Peter Falkai
Kongresspräsident Prof. Dr. med. Peter Falkai

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich sehr, Sie im Namen des Deutschen Netzwerkes für Versorgungsforschung (DNVF) e.V. zum 21. Deutschen Kongress für Versorgungsforschung begrüßen zu dürfen. Der Kongress steht unter dem Motto „Versorgungsforschung – Nutzen für die klinische Praxis - Potentiale und Perspektiven“ und wir wollen diese Gelegenheit nutzen zu eruieren, welchen Nutzen die Versorgungsforschung für die klinische Realität und somit konkret für Patient*Innen bereithält. Darüber hinaus möchten wir ausloten, welche Potentiale sich z.B. aus dem Innovationsfonds flächendeckend implementieren lassen und wo dieser Transfer bereits gelungen ist. Diskutieren Sie mit einem interdisziplinären Publikum aus Forschung, Versorgungpraxis und Gesundheitspolitik Ihre Forschungsergebnisse und nutzen Sie die Chance zur Vernetzung mit nationalen und internationalen Kolleg*innen und Expert*innen, und auch unsere Plenarsprecher werden Sie auch in diesem Jahr wieder mit interessantem Wissen versorgen.

Im ersten Track „Versorgungsstudien in Deutschland heute“ wird am Beispiel ausgewählter medizinischer Disziplinen wie z.B. der Allgemeinmedizin, Onkologie, Neurologie, Palliativmedizin und Psychiatrie aufgezeigt, wie mit versorgungsnahen Daten und speziell Registern Wissen für die Versorgung generiert werden kann. Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, welche Möglichkeiten wir jetzt schon haben, wie wir im internationalen Kontext voneinander lernen können und was wir perspektivisch in der klinischen Medizin brauchen um Lebensqualität abzusichern oder zu verbessern. Zudem wird Dr. Bernhard Ultsch, Director Market Access & Policy Affairs bei Moderna, in seinem Plenarvortrag darstellen, wie es gelungen ist nach Ausbruch der Corona-Pandemie in Wuhan innerhalb kürzester Zeit einen Impfstoff herzustellen, der dann nach Prüfung auch weltweit verimpft werden konnte. Anschließend wird die Wissenschaftsjournalistin und Medizinerin Dr. Marlene Heckl zu „Anforderungen an die Kommunikation wissenschaftliche Innovationen im Transferprozess in die Gesundheitsversorgung“ sprechen.

Entlang der Translationskaskade sollen im zweiten Track „Versorgungsforschung verbessern“ potentielle (methodische) Fehlerquellen anhand von abgeschlossenen Studien diskutiert werden, die den Erfolg oder Misserfolg von Studien ausgemacht haben. Hierzu gehören die Generierung von Studienhypothesen, die Erarbeitung des Studiendesigns, die Durchführung von Studien, die adäquate Publikation von Studienergebnissen sowie eine optimale Auswertung und Implementierung der Ergebnisse in die klinische Praxis. Des Weiteren wird sich Prof Dr. C. Correll (Charité Berlin) in seinem Plenarvortrag mit diesem Thema am Beispiel der Psychopharmakotherapie bei psychischen Erkrankungen auseinandersetzen, und Prof. Dr. M. Wensing (Universitätsklinikum Heidelberg) wird zeigen, dass die Entwicklung der „Living Guidelines“ eine Beschleunigung dieses Umsetzungsprozesses bewirken kann, der jedoch noch durch eine transparente Implementierungsstrategie begleitet werden muss.

Im dritten Track „Versorgungsforschung 4.0“ werden innovative Studiendesigns vorgestellt und miteinander verglichen. Wo ist die Bearbeitung von Registerdaten angebracht und wo können Versorgungsstudien ansetzen? Aus bereits gewonnenen Studienergebnissen sollen konkrete Rückschlüsse für neue Studien gezogen sowie innovative Ansatzpunkte identifiziert werden, um die klinische Versorgung effektiv und langfristig verbessern zu können. In diese Diskussion wird auch die Evaluation von integrierten Versorgungsprogrammen Eingang finden. Zudem wird Dr. Simon Denegri (Academy of Medical Sciences) über den Stand partizipativer Forschung in Europa berichten und seinen Fokus auf erfolgreiche Konzepte und Ansätze richten, die bisher in Deutschland wenig vorhanden sind. Frau Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller wird verschiedene Stufen der Partizipation vorstellen und über Projekte referieren, in denen mit Betroffenen und Angehörigen Leitlinien entwickelt werden.

Freie und aktuelle Themen der Versorgungsforschung wie z.B. Long-Covid, qualitative Methoden, Gesundheitskompetenz oder Digital Health werden im vierten Track „Mixed Bag“ behandelt.

Der Kongress richtet sich an alle an der Versorgungsforschung Interessierten, insbesondere an den wissenschaftlichen Nachwuchs. Das Ziel die Versorgungsrealität kontinuierlich zu evaluieren und zu optimieren soll das Hauptanliegen sein.

Ich freue mich, Sie als Präsident des 21. Versorgungsforschungskongresses in Potsdam begrüßen zu dürfen.

Ihr

Prof. Dr. med. Peter Falkai

Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
LMU München

Videostatement des Kongresspräsidenten Professor Dr. Peter Falkai zur Fragestellung:

Wie können Versorgungsforschung und klinische Forschung voneinander profitieren?